"Pflege braucht Herz, Professionalität und Haltung"
Interview mit Katja Nilles, Bereichsleiterin Stationäre Pflege der Diakonie Güstrow

Frau Nilles, was möchten Sie den Mitarbeitenden gerne über sich selbst erzählen?
Ich bin 44 Jahre alt und wohne mit meinem Mann und meinen zwei Töchtern in Kritzmow. Die Wochenenden gestalten wir in Familie. Vor allem den Sonntag gemeinsam zu verbringen, ist mir sehr wichtig. In der Urlaubszeit fahren wir gerne ans Wasser. Als neuen Erholungsort haben wir auch die Berge für uns entdeckt.
Können Sie uns kurz Ihren beruflichen Weg schildern und erzählen, was Sie in die Pflege und zur Diakonie geführt hat?
Schon während meiner Schulzeit stand für mich fest, dass ich in einem sozialen Beruf arbeiten möchte. Ich habe Gesundheitswissenschaft an der Hochschule Neubrandenburg studiert und in dieser Zeit in einer Pflegeeinrichtung gearbeitet. Die Arbeit mit Menschen hat mir gezeigt, dass ich gerne den Weg in die Pflege einschlagen möchte. Nach dem Studium ging es vom AWO Landesverband M-V zum Diakonischen Werk M-V, wo ich 2008 als Fachreferentin im Fachbereich Altenhilfe, Pflege tätig wurde. In dieser Position sammelte ich umfassende Erfahrungen in der Weiterentwicklung von Pflegekonzepten. 2017 habe ich als Fachleitung den Arbeitsbereich Qualitätsmanagement übernommen und seit 2020 die Stabsstelle Qualitätsmanagement. Dies war für mich eine großartige persönliche Weiterentwicklung, denn ich konnte dazu beitragen, Pflegeprozesse zu gestalten und zu optimieren.
Dann sind Sie mittlerweile schon 18 Jahre in der Diakonie...
Ich bin stolz einen Arbeitgeber zu haben, der es mir von Beginn an ermöglicht hat, mich sowohl persönlich als auch fachlich zu entwickeln. Mir ist es wichtig, mit Kollegen im Team zusammenzuarbeiten und die christlichen Werte zu leben.
Was hat Sie bewegt, zur Diakonie Güstrow zu wechseln?
Als ich im Juni 2025 auf die ausgeschriebene Stelle der Bereichsleitung Stationäre Pflege aufmerksam geworden bin, war meine Neugier sofort geweckt, mein theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen. Von Anfang an gefiel mir die berufliche Herausforderung, die Praxis bei der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben und Standards zu unterstützen. Ich freute mich auf die Möglichkeit, die Vernetzung und Zusammenarbeit der Bereiche und Einrichtungen untereinander zu fördern. In dieser Position gestalte ich nun aktiv die Umsetzung der Unternehmensziele mit, begleite fachlich und entwickle das Pflegekonzept kontinuierlich mit.
Worauf freuen Sie sich bei Ihrer neuen Tätigkeit am meisten?
Auf das aktive Mitgestalten! Ich spüre, dass Ideen gefragt sind, um die Zukunft der Pflege mitzugestalten und unsere Pflegeangebote kontinuierlich weiterzuentwickeln. Das Aufgabenspektrum ist vielfältig, herausfordernd und begeistert mich. Ich freue mich zugleich auf die Zusammenarbeit mit meinen Leitungsteams und mit allen Bereichen. Die Offenheit, die mir in diesen ersten Monaten begegnet ist, berührt mich.
Was möchten Sie in Ihrem Bereich besonders stärken?
Die Arbeitsorganisation und das Qualitätsmanagement, um interne Prozesse und Strukturen wirtschaftlicher und effizienter zu gestalten und voranzugehen, zum Beispiel die einheitliche Gestaltung des Heimvertrages. Wichtig ist mir zugleich, mit den anderen Bereichsleitungen zusammen Themen zu gestalten, denn Aufgaben und Herausforderungen sind zum Teil ähnlich. Auch die Vernetzung mit anderen Trägern möchte ich stärken.
Welche Bedeutung hat Demokratie für Ihre Arbeit – gerade mit Blick auf die Menschen, die wir begleiten und auf die Mitarbeitenden?
Wenn wir von Demokratie sprechen, müssen wir auch die Stimme unserer Bewohnenden hören. Auch Mitarbeitende sollen die Möglichkeit haben, sich aktiv einzubringen, Vorschläge zu machen und Verantwortung zu übernehmen. Das fördert die Zusammenarbeit, das Vertrauen und die Motivation der Mitarbeitenden.
Warum braucht gerade die Pflege eine starke Wertebasis?
Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht immer der Mensch mit seinen Wünschen, Bedürfnissen und seinem Recht auf Selbstbestimmung. Pflege braucht Herz, Professionalität und Haltung. Eine klare Wertebasis schafft Vertrauen.
Vielen Dank für das Gespräch!


