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Alltag, der verbindet

04.07.2026
Torsten Ehlers
Wer in Matgendorf lebt, kann im Dorfladen für den täglichen Bedarf einkaufen
Der Dorfladen Matgendorf bietet ein kleines, feines Sortiment zum Einkaufen Foto: Jörn Lehmann

Der Dorfladen Matgendorf verbindet soziale Teilhabe und pädagogische Arbeit auf besondere Weise.

Der Dorfladen Matgendorf ist weit mehr als eine Einkaufsmöglichkeit – er ist ein lebendiges Beispiel für gelungene Inklusion und ein zentraler Bestandteil des Alltags für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Eingebettet in das Gelände der Psychosozialen Einrichtungen Schloss Matgendorf, wo verschiedene Wohn- und Betreuungsangebote der Diakonie Güstrow angesiedelt sind, verbindet der Laden Nahversorgung, soziale Teilhabe und pädagogische Arbeit auf besondere Weise.

Entstanden aus einer Versorgungslücke im ländlichen Raum, hat sich der Dorfladen seit 2011 zu einem wichtigen Treffpunkt für Bewohner:innen und Dorfgemeinschaft entwickelt. Hier begegnen sich Menschen selbstverständlich im Alltag – beim Einkaufen, im Café oder im Gespräch. Diese Offenheit schafft Akzeptanz und baut Berührungsängste ab.

Vor allem für die betreuten Menschen bietet der Dorfladen eine verlässliche Tagesstruktur. Durch angepasste, sinnstiftende Aufgaben wie Kassieren, Waren einräumen oder Kundenkontakt erleben sie sich als wirksam und gebraucht. Die Arbeit erfolgt individuell abgestimmt und fachlich begleitet, sodass Überforderung vermieden wird und persönliche Ressourcen gestärkt werden. Aussagen von Bewohner:innen zeigen deutlich: Der Laden gibt Halt, fördert Stabilität und steigert das Wohlbefinden.

Gleichzeitig knüpft die Tätigkeit oft an biografische Erfahrungen an und ermöglicht soziale Kontakte, Anerkennung und Freude. Der Dorfladen wird so zu einem Ort gelebter Normalität, an dem Teilhabe nicht abstrakt bleibt, sondern täglich erfahrbar ist. Auch gemeinschaftliche Aktivitäten und Rituale stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Als öffentlich zugänglicher Raum verbindet der Laden Einrichtung und Dorf auf natürliche Weise. Er steht damit exemplarisch für ein funktionierendes Zusammenspiel von sozialer Arbeit und regionaler Infrastruktur. Sein Wert bemisst sich nicht allein wirtschaftlich, sondern vor allem daran, dass er Menschen Struktur, Begegnung und Zugehörigkeit schenkt – und damit echte Inklusion im Alltag ermöglicht.

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