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Ausbildung gestalten – Zukunft sichern

07.09.2026
Annekathrin Boelter
Annekathrin Boelter
Annekathrin Boelter, Ausbildungskoordinatorin der Diakonie Güstrow Foto: Jörn Lehmann

Seit Jahresanfang koordiniert Annekathrin Boelter die Ausbildung in der Diakonie Güstrow. Sie erzählt, was ihr wichtig ist und was sie stärken möchte.

Seit dem 1. Januar bin ich als Ausbildungskoordinatorin für die Diakonie Güstrow e.V. tätig. Ich freue mich sehr über diese Aufgabe, denn Ausbildung ist für mich weit mehr als Organisation – sie gestaltet die Zukunft unseres Vereins aktiv mit.

Schon in meinen ersten Monaten habe ich erlebt, mit wie viel Engagement, Erfahrung und Herzblut in unseren Einrichtungen ausgebildet wird. Bereits heute bestehen vielerorts wertvolle Grundlagen: engagierte Praxisanleitende, verantwortungsbewusst umgesetzte Praxisanleitungen, erste strukturierte Einarbeitungsprozesse, bestehende Lernaufgaben sowie unterschiedliche Formen von Dokumentation und Begleitung im Ausbildungsalltag. Diese gewachsenen Strukturen zeigen, wie viel Kompetenz und Einsatzbereitschaft bereits vorhanden sind. Gleichzeitig unterscheiden sich Prozesse, Abläufe und Schwerpunkte je nach Einrichtung.

Genau darin liegt für mich eine wichtige Chance: Bestehendes wertzuschätzen, erfolgreiche Ansätze sichtbar zu machen und daraus ein gemeinsames, tragfähiges Ausbildungsverständnis für unseren gesamten Verein weiterzuentwickeln. Denn Ausbildung entwickelt sich stetig weiter. Gesetzliche Anforderungen verändern sich, Ausbildungswege werden komplexer und auch die Bedürfnisse unserer Auszubildenden wandeln sich. Deshalb ist es mir wichtig, Bestehendes nicht zu ersetzen, sondern dort sinnvoll zu verbinden und weiterzuentwickeln, wo gemeinsame Strukturen stärken können.

Die Pflegeausbildung ist durch das Pflegeberufegesetz sowie die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung vielseitig und anspruchsvoll. Unsere Auszubildenden durchlaufen unterschiedliche Pflichteinsätze, wechseln zwischen verschiedenen Bereichen und lernen Pflege in ihrer ganzen Vielfalt kennen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass sie innerhalb unseres Vereins auf eine gemeinsame Grundstruktur treffen – geprägt von Wertschätzung, Menschlichkeit und Verlässlichkeit.
Einheitliche Strukturen bedeuten nicht, dass jede Einrichtung gleich sein muss. Jede bringt eigene Stärken mit. Mir geht es darum, bewährte Prozesse zusammenzuführen, Transparenz zu schaffen und ein gemeinsames Ausbildungsverständnis weiter auszubauen. Dazu gehören betriebliche Ausbildungspläne, klare Lehrstrukturen, Lernaufgaben sowie ein enger Austausch mit Schulen, Kooperationspartnern, Praxisanleitenden und Pflegedienstleitungen.

Besonders wichtig sind mir regelmäßige Treffen mit unseren Auszubildenden. Sie verbinden fachlichen Input, die Bearbeitung wichtiger Ausbildungsunterlagen und Raum für Austausch. Fragen aus dem Ausbildungsalltag können gemeinsam besprochen, Erfahrungen geteilt und Zusammenhalt gestärkt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit unseren Praxisanleitenden. Sie leisten täglich einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung zukünftiger Fachkräfte. Gemeinsam möchte ich Strukturen schaffen, die unterstützen, entlasten und die bereits hohe Ausbildungsqualität weiter stärken.

Gute Ausbildung ist für mich weit mehr als eine gesetzliche Aufgabe. Sie ist Qualitätsmanagement, Fachkräftesicherung und vor allem eine Investition in Menschen. Denn gute Ausbildung prägt nicht nur den beruflichen Weg – sie legt den Grundstein dafür, mit Kompetenz, Haltung und Menschlichkeit die Pflege unseres Vereins nachhaltig mitzugestalten.

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