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"Die Bewohner sind mir ans Herz gewachsen"

Am 1. September 2025 sind in der Diakonie Güstrow fünf Auszubildende in die Pflegeausbildung gestartet. In den nächsten drei Jahren lernen sie die vielfältigen Aufgaben des Pflegeberufes kennen. Einer von ihnen ist Jonas Bohnes aus dem Diakonie-Pflegeheim Am Glammsee in Warin.

03.02.2026
Stefanie Daug
Jonas Bohnes, Auszubildender im Diakonie-Pflegeheim Warin

Jonas, wie bist du in die Pflege gekommen?
Eher durch Zufall. Mein Berufswunsch war, Polizist im gehobenen Dienst zu werden. Wegen meiner Sehschwäche bin ich jedoch ausgemustert worden. Sascha Meyer, ein Freund von mir, der auch mein Fußballtrainer ist und im Pflegeheim als Pflegedienstleiter arbeitet, empfahl mir ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Das fand ich für den Übergang gut. Ich bewarb mich im Pflegeheim Warin, wurde angenommen und machte das FSJ. Allerdings war ich mir nach dem Jahr immer noch nicht sicher, was ich beruflich tun möchte. Und blieb zunächst als Pflegehelfer in Warin. 

Warum hast du dich doch für die Ausbildung entschieden?
Die Bewohner sind mir ans Herz gewachsen. Mir gefällt es sehr, mit ihnen zusammenzuarbeiten und ich finde es toll, wenn sie sich freuen, dass man da ist und sie ihre Dankbarkeit zeigen. Im Pflegehelferjahr wurde mir bewusst, dass ich diesen Beruf lernen möchte. Ich kannte die Bewohner, ich kannte das Team, ich wurde sehr gut eingearbeitet. 

In den ersten Wochen bist du in der Berufsschule in Rostock gestartet …
Ja, die Schule hat mir gezeigt, wie gut die Ausbildung ist und dass man sehr viel lernt an pflegerischem und medizinischem Wissen. Das Wichtigste war zunächst die Anatomie des menschlichen Körpers. Auch haben wir gelernt, wie man mit Gefühlen, vor allem Schamgefühlen umgehen kann, wie man Vitalwerte überprüft und geübt, wie man in der Grundpflege mobilisiert, lagert und richtig wäscht. Sehr schön finde ich, dass ich im Pflegeheim weiter im Wohnbereich 2 arbeiten darf, mich unsere Pflegefachkräfte sehr gut in die fachliche Arbeit einweisen und ich überall mitgehen darf. Zum Beispiel habe ich schon Blutzucker und Blutdruck gemessen, beim Insulinspritzen zugeschaut, Arztvisiten begleitet.

Worauf freust du dich in der Ausbildung?
Ich freue mich schon sehr auf die Praxiseinsätze in anderen Themenbereichen. Die Möglichkeit, in die ambulante Pflege, ins Krankenhaus, in die Psychiatrie und in den Kindergarten reinzuschnuppern, finde ich sehr spannend. Als Pflegefachleute haben wir quasi drei Ausbildungen in einer, das finde ich toll.

Du spielst Fußball. Wie gut lässt sich das mit der Ausbildung vereinbaren?
Sehr gut sogar. Oft habe ich Frühdienst, hin und wieder auch Spätdienst und Wochenenddienst. Zu den meisten Fußballtrainings kann ich gehen, auch zu den meisten Punktspielen am Wochenende. Ich spiele seit dem fünften Lebensjahr beim FC Seenland Warin und bin nun mittlerweile in der Herrenmannschaft angekommen. Auch gehe ich sehr gerne ins Fitnessstudio und unternehme was am Wochenende.

Was sagen deine Freunde dazu, dass du in der Pflege bist?
Sie haben großen Respekt. Keiner aus meinem Freundeskreis arbeitet in der Pflege. Umso erstaunter war ich, dass in meiner Berufsschulklasse mehr als die Hälfte Jungs sind. Auch meine Eltern, die beruflich ganz anders unterwegs sind, sind stolz auf mich, dass ich den Pflegeberuf gewählt habe.

 

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