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Benedikt – der Namenspatron des Güstrower Hospizes

„Benedikt“ – das ist ein Name, der zwei in ihrem Ursprung lateinische Vokabeln miteinander verbindet: bene (gut) und dicere (sagen).

02.04.2026
Martin Scriba (Landespastor i.R.)
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Der Name Benedikt als Omen ist bewusst gewählt für das Hospiz Diakonie Güstrow

In der Verknüpfung beider Wortwurzeln geht es um Gutes reden, Gutes zusagen, versprechen, wünschen, segnen… Insofern kann und will der Name „Benedikt“ für das Leben in dem Hospiz der Güstrower Diakonie Leitmotiv und Programm sein. 

Der wohl bekannteste Träger des Namens, nach dem das Hospiz in Güstrow benannt
wurde, ist Benedikt von Nursia. Er wurde etwa um 480 als Sohn eines wohlhabenden Landbesitzers in Norcia geboren, einer etwa 170 Kilometer nordöstlich von Rom im Herzen Italiens gelegenen Kleinstadt, die heute etwa 4500 Einwohner zählt. 

Die Epoche des Übergangs von der Spätantike zum Frühmittelalter, in die er
hineingeboren wurde, war eine Zeit des Umbruchs. In Rom, wo Benedikt nach seiner Schulzeit in Nursia auf Wunsch seiner Eltern die Heilige Schrift, Literatur und Recht studieren sollte, erlebte er den Niedergang der vormals hochentwickelten Kultur des Weströmischen Reiches aus unmittelbarer Nähe. Die Sittenlosigkeit in Rom erschütterte ihn tief.  Kurzerhand brach er sein Studium ab und begab sich in die Berge - nach Enfide, dem heutige Affile- östlich unweit von Rom gelegen. Dort lebte er mit einer Gruppe asketisch lebender Einsiedler in den Höhlen jener Gebirgskette. Die der Beständigkeit einer Gemeinschaft an einem festen Ort, ein klar strukturierter Tagesablauf mit Gebet, Arbeit und Lesung entwickelten sich zu einem Lebensmodell, das in einer aus den Fugen geratenen Welt neuen Halt bot.

Noch abgeschiedener gestaltete sich sein Leben, als er für drei Jahre ohne tragende
Gemeinschaft als Einsiedler in einer Höhle bei Subiaco lebte, ebenfalls ein Ort unweit von Rom. Nach dieser Zeit der inneren Reifung berief man ihn zum Abt eines großen Klosters östlich von Rom in Vicovaro. Dort versuchte er, das Klosterleben neu zu ordnen. Er stieß dabei auf den großen Widerstand der dortigen Mönchsgemeinschaft. 

Auch weitere Klostergründungen brachten Benedikt viele Anfeindungen, so dass er sich im Jahr 529 (etwa 50 Jahre alt) mit einer kleinen Schar seiner Anhänger auf einen rund 130 km südöstlich von Rom gelegenen felsigen Hügel, den Montecassino, zurückzog, um auch dort wieder ein Kloster zu gründen. Für das Zusammenleben der dortigen Gemeinschaft schrieb er ein Regelwerk, das bis heute den Tagesablauf geistlicher Gemeinschaften in der ganzen westlichen Welt bestimmt. 

Zu diesem Regelwerk gehört auch die Auseinandersetzung mit der Tatsache, dass wir
alle einmal sterben müssen. Er selbst hat das gelebt: Sechs Tage vor seinem Tod, so wird erzählt, habe er sein Grab öffnen lassen, um sich auf das Ende seines Lebens einzustellen. 
Dementsprechend heißt es im 4. Kapitel seines Regelwerkes, in dem er die Werkzeuge geistlichen Lebens aufzählt:  Den unberechenbaren Tod täglich vor Augen haben.  

Er starb am Gründonnerstag, dem 21. März 547 (67 Jahre alt), während er am Altar der Klosterkirche betete – der Überlieferung nach stehend. Es wird erzählt, seine Mönchsbrüder hätten ihn gestützt. So wurde er zum Patron der Sterbenden.

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