Gewalt, nein danke!

Seit Beginn dieses Jahres gibt es ein Gewaltschutzkonzept, das für alle unsere Einrichtungen gilt. Ziel ist es, die Menschen, die wir begleiten und die Mitarbeitenden vor jeglicher Form von Gewalt, Übergriffen und Machtmissbrauch zu schützen.
Wo Menschen aufeinandertreffen, läuft nicht immer alles perfekt – und das ist auch gut so. Denn Zusammenarbeit bedeutet nicht nur Harmonie, sondern auch Unterschiedlichkeit, Reibung und Entwicklung.
Damit aus diesen Situationen keine Grenzverletzungen entstehen, braucht es eine klare Haltung. Diese findet sich in unserem Leitbild „Menschen für Menschen“ wieder. Es verweist auf eine Haltung der Wertschätzung, Empathie und Solidarität, bei der zwischenmenschliche Beziehungen auf Augenhöhe gestaltet werden. Gleichzeitig betont es die Verantwortung, aktiv Unterstützung zu leisten und soziale Teilhabe zu fördern. Damit beschreibt das Leitbild nicht nur ein Ziel, sondern auch eine grundlegende Orientierung für professionelles Handeln im Arbeitsalltag. Denn die Würde der von uns begleiteten Kunden sowie der Mitarbeitenden und externen Partner ist unantastbar.
Aus dieser Grundhaltung heraus wurde ein neues Gewaltschutzkonzept entwickelt. Es verdeutlicht den Anspruch, ein sicheres und respektvolles Umfeld zu gestalten und übersetzt die Werte des Leitbildes in verbindliche Maßnahmen und Handlungsleitlinien für den Arbeitsalltag.
Seit dem 1. Januar 2026 liegt dieses Konzept für die Diakonie Güstrow e.V. sowie deren Tochtergesellschaften, der DSG Service Gesellschaft mbH und der Integra Güstrow GmbH, vor. Bei einer Mitarbeiterschaft von ca. 1100 Beschäftigten sind zahlreiche Personen in die Prozesse eingebunden. Federführend wurde es von den Bereichsleitungen Frau Wille, Herrn Brandt und Herrn Kozik, dem Einrichtungsleiter des Wichernhofs Dehmen und des Wohnhauses Kastanienstraße Herrn Schmitz sowie von der KISS-Koordinatorin Frau Bentzien entwickelt.
Das Gewaltschutzkonzept dient dazu, unsere Kunden sowie alle weiteren Beteiligten an Betreuungs- und Arbeitsprozessen zu schützen und somit die Qualität dieser Prozesse zu sichern. Es stellt den Schutz der Würde, der körperlichen und seelischen Unversehrtheit sowie die Achtung persönlicher Grenzen in den Mittelpunkt des Handelns. Gleichzeitig verweist es auf die besondere Verantwortung der Mitarbeitenden im Umgang mit bestehenden Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen.
Darüber hinaus bedeutet Gewaltschutz, aktiv hinzuschauen, Grenzverletzungen ernst zu nehmen und konsequent zu handeln. Das Konzept umfasst sowohl präventive Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt als auch die Förderung von Selbstbestimmung und Partizipation unserer Kunden. Damit beschreibt es eine Haltung, die Schutz, Respekt und professionelle Verantwortung untrennbar miteinander verbindet.
Praktische Anhänge ergänzen das Konzept durch konkrete Handlungsleitlinien, Formulare und Verfahrensabläufe zur Umsetzung im Arbeitsalltag.
Ein wichtiger Bestandteil sind dabei die Risikoanalysen, die für die unterschiedlichen Einrichtungen individuell durchgeführt und angepasst werden. Sie ermöglichen es, einrichtungsspezifische Gefährdungslagen zu erkennen, Bedarfe abzuleiten und gezielte präventive Maßnahmen zu entwickeln. Auf diese Weise wird Gewaltschutz nicht nur reaktiv, sondern vorausschauend und nachhaltig im Arbeitsalltag verankert.
Ergänzend ist in jeder Einrichtung eine Mitarbeiterin bzw. ein Mitarbeiter als „Beauftragte* für Schutz vor Gewalt und Machtmissbrauch“ benannt. Diese Person steht den Kolleginnen und Kollegen beratend zur Seite, begleitet die Umsetzung des Gewaltschutzes im Arbeitsalltag und ist eine wichtige Ansprechperson im Prozess.
Eine verbindlich geregelte Meldekette stellt sicher, dass (Verdachts-) und Vorfälle von Gewalt und Grenzverletzungen strukturiert, transparent und nachvollziehbar bearbeitet werden und dabei alle Beteiligten berücksichtigt werden.
Das Gewaltschutzkonzept wird mit den Beauftragten zum Schutz vor Gewalt und Machtmissbrauch in den vierteljährlich stattfindenden Arbeitsgruppen aufgearbeitet. Diese nehmen die Informationen mit in die jeweiligen Teams der Einrichtungen und teilen diese.
Das Gewaltschutzkonzept ist im Qualitätshandbuch hinterlegt und wird künftig auf unserer Website präsentiert. Es wird einmal jährlich evaluiert, um die Inhalte kritisch zu reflektieren und bei Bedarf weiterzuentwickeln.


